WAS IST EIGENTLICH ZWICKLBIER?

Zwickelbier – eine traditionsreiche Bierspezialität

Wenn sich der Braumeister in früherer Zeit von der Qualität eines Jungbieres im Gärbottich überzeugen wollte, entnahm er eine Probe des noch unfiltrierten, naturtrüben Bieres. Dazu öffnete er einen Hahn am Gärbottich.
Damit dieser nicht unbeabsichtigt geöffnet werden konnte und der wertvolle Sud auslief, hatte der Hahn einen Schlitz, der nur mit einem Schraubendreher oder einer Münze geöffnet werden konnte. Genau passend war er für ein Zweimarkstück, welches im Fränkischen auch Zwickel genannt wird. Daher der Name des Hahnes und später auch des süffigen Gebräus.

Eine Bierspezialität wurde das Zwickel aber erst, nachdem die Brauer im Frankenland auf die Idee kamen, das Jungbier direkt nach dem Nachgärungsprozess ohne weitere Pasteurisierung, Filterung und Reifung als frisches, naturbelassenes Bier direkt an die Gastronomie und den Handel zu verkaufen. Dieser schonende Verlauf sorgt im Übrigen auch dafür, dass die im Zwickel enthaltenen Vitamine und Nährstoffe erhalten bleiben.
Zwickelbiere werden häufig auch als Kellerbiere bezeichnet. Dennoch sind die zwei Biertypen nicht zu hundert Prozent identisch. Was beide jedoch verbindet, ist die naturbelassene Trübung und das Brauverfahren, das in der Regel untergärig ist.

Zu der Zeit, als es noch keine Kühlschränke gab, wurde das Bier im Keller gelagert, da dort niedrigere Temperaturen herrschten. Dieser Prozess führte auch zur Namensgebung des Kellerbieres. Für die Lagerung wurde es zudem etwas stärker gehopft, um es haltbarer zu machen. So unterscheidet sich das Kellerbier vom Zwickel häufig durch eine etwas präsentere Hopfennote. Gemeinsam ist beiden aber der Genuss einer ursprünglichen und traditionsreichen Biersorte.